Introduction


These papers belong to the music of Sirisjana. The character Josefiina went to the island called Sirisjana and she wrote these texts and drew pictures after finishing the journey. Texts, pictures, poems and the music describe Josefiina’s experiences in the foreign land.
The music can be found here: Sirisjana.bandcamp.com


The music of Sirisjana is a part of a concrete story, which takes place
on the island Sirisjana in the year 1803. 
The listener plays the role of Josefiina, who arrives in Sirisjana and experiences all its impressions. 
Each song continues the story, which is devided in three scenes. The plot consists of arriving at the coast, looking at foreign statues, exploring the beauty and the darkness of Sirisjana's forest and finally discovering a giant palace between the trees. 



Einleitung


Diese Aufzeichnungen gehören zur Musik von Sirisjana. Die Figur Josefiina bereiste das Land namens Sirisjana und sie verfasste Texte und zeichnete Bilder, nachdem sie die Reise vollendet hatte. Texte, Bilder, Gedichte und auch die Musik beschreiben Josefiinas Erlebnisse in dem fremden Land.
Die Musik finden Sie hier: Sirisjana.bandcamp.com

Die Musik von Sirisjana ist ein Bestandteil einer Geschichte, die auf der Insel Sirisjana im Jahr 1803 stattfindet.
Der Hörer spielt die Rolle von Josefiina, die in Sirisjana ankommt und alle Eindrücke des Landes erlebt. Jedes Stück erzählt die dreiteilige Geschichte weiter. Die Handlung reicht vom Ankommen an der Küste, dem Anschauen fremder Statuen, über das Erforschen der Schönheit und Dunkelheit des Waldes bis hin zum Entdecken eines riesigen Schlosses zwischen den Tannen.




Ankunft in Sirisjana


The airy waves moved me away, overturned and dove. The air blew the water to the shore: dancing, dreaming and beautiful. The artful forest called me, the trees breathed word by word.

Clouds of fog flew around every fir’s branch, around every haulm at the shore; branches and haulms started to dance every time the cloud whispered. So the spruces rattled with their needles, the water leaked at the shore’s stone; the floats slowly bathed the rocks, the spruces swayed in the dulcet wind.
Then I started to breath in the smell of the land: The smell of moss, grass and roots, of firs and the night; but even more: I smelled the elegance, the foreign beauty and the strangeness. So I inhaled the elegance, the beauty and the strangeness, I grasped it and experienced it.
But I saw more: More than needles of firs, naked firs, the dark grass and the night: I saw every year the tree moved up the sky, every time the grass tickled the tree’s roots, every day the sun gulped the crown.

It was as beautiful as frightening. The stoned arch said ‘Sirisjana’. I had trod the runway to experience more. To see, hear, and smell.

The artful forest now lashed about, when I was right within. The airy melody now blusters and shouts the song in the land.




Die leichten Wogen trieben mich fort, wanden sich und tauchten. Tanzend, träumend und schön blies die Luft das Wasser zum Ufer. Der listige Wald rief mich, Wort für Wort die Bäume hauchten.

Die Nebelwolken säuselten um jeden Ast der Tannen, um jeden Halm am Ufer; Äste und Halme tanzten bei jedem Hauch der Wolke, bei jedem Schwung des Nebels. So rasselten die Tannen mit ihren Nadeln, so leckte das Wasser am Uferstein; die Fluten umspülten langsam die Felsen, es wogen sich Bäume im lieblichen Wind.
Dann saugte ich ein den Duft des Landes: Es roch nach Moos, Gras und Wurzeln, nach Tanne und nach Nacht; aber mehr noch: Die Eleganz roch, die fremde Schönheit roch und die gewundene, lebendige Eigenartigkeit roch. So saugte ich sie ein, die Eleganz, die Schönheit und die Eigenartigkeit, erfasste und erlebte sie.
Doch was ich sah, war mehr: Mehr als bloß Tannenrinde, mehr als nackte Bäume mit hohen Wipfeln, mehr als dunkles Gras und die Nacht: Ich sah jedes Jahr der Fichte, das sie sich  nach mehr lechzend in den Himmel geschoben, jedes Mal, das das Gras das Holz der Wurzeln kitzelte und jeden Tag, die die Sonne die Kronen verschlang.

So schön es auch war, so beängstigend war es. „Sirisjana“ sah ich in den Steinbogen gemeißelt. Den Steg hatte ich betreten, um mehr zu erfahren. Um zu sehen, zu hören und zu riechen.

Der listige Wald schlug nun um mich, wo ich mitten in ihm stand. Die leichte Melodie tobte nun, schrie ihr Lied laut in das Land.




Tanz mit den Statuen


The way curled and propelled me into one direction.
Some statues stood there, statues of dancing women
But their frozen movements didn't seem to be happy:
The stone women danced with snakes, they didn't see and hear anything, they wore masks and horns, but didn't seem to actually want it.
I wondered what that was supposed to be. Who made these statues? And why did he put them there?
And what kind of master was it, that understood how to make these statues look like petrified bodies, like real humans, in whose stone hearts feelings were still present?
I was so fascinated, that I joined the dance of the statues.

One statue I remember exactly. She was more evil than the others.
She looked like she wanted the snakes, like she dominated them.
The eyes were opened and starred at me.
It was beautiful and still frightening.




Der Pfad wand sich und trieb mich schließlich zu einer Lichtung. Einige Statuen standen dort, Statuen von tanzenden Frauen. Doch ihre eingefrorenen Bewegungen schienen nicht fröhlich zu sein: Die Steinfrauen tanzten mit Schlangen, sie sahen und hörten nichts; sie trugen Masken und Hörner, doch sie schienen es nicht zu wollen. Ich fragte mich, was das sollte. Wer hatte diese Stauten geschaffen? Und warum hatte er sie hier aufgestellt? Und was für ein Meister war es, der es verstand, diese Stauten wie versteinerte Leiber aussehen zu lassen, wie wirkliche Menschen, in dessen Steinherzen noch Gefühle wüteten?
So fasziniert war ich, dass ich zum Tanz mit den Stauten einstieg.

An eine Statue erinnere ich mich genau. Sie war böser als die anderen. Sie sah aus, als wollte sie die Schlangen, als beherrsche sie sie förmlich. Die Augen waren geöffnet und stachen mir entgegen. Es war schön und doch beängstigend.



The snakes immediately started to catch her like sky catches the ball.
The eyes closed,
The hair pinned-up,
The eyebrows chagrinned,
The cheeks covered.
The vines surrounded the body and constricted it like sound do with ears.



Die Schlangen sogleiche begonnen sie itzund zu fangen wie Himmel den Ball,

Das Auge geschlossen,
die Haare gesteckt,
Die Brauen verdrossen,
die Wange bedeckt.

Die Ranken umgaben den Körper und engten ihn ein wie die Ohren der Schall.




Nelken auf der Lichtung


Some timer later a glade unfurled itself. Fog swelled between the trees, the moonbeam let the haulms shine.
But the pinks were most fascinating to me. These beautiful flowers stood in the clouds of fog and waved to me. I slowly sat down.
I grasped one pink and raised it to my nose. I smelled the wonderful flavour of the flower. No, I smelled more than that: I smelled hope and security, I experienced heartiness and love; I smelled beauty and elegance, and I experienced nature and aspiration.




Nach einiger Zeit öffnete sich mir eine Lichtung. Nebel quoll zwischen den Stämmen, Mondstrahlen ließen die Grashalme glänzen.
Doch am meisten faszinierten mich die Nelken: Diese wunderschönen Blumen hoben sich aus dem Nebelmeer, sie ragten aus dem Dunst heraus wie goldene Kirchtürme aus einem Dorf voller ärmlicher Bauern. Ihre Blätter winkten mir zu und ich setzte mich langsam in das Gras.
Eine Nelke zupfte ich aus dem Boden und hob sie zu meiner Nase. Ich roch den wundersamen Duft der Nelke, nein, ich roch mehr als das: Ich roch Hoffnung und Geborgenheit, ich erfuhr Wärme und Liebe; ich roch die Schönheit und die Eleganz, und ich erfuhr die Natur und Sehnsucht.

Doch auch dieser Atemzug endete, und ich musste die Nelke fallen lassen. Der Durst nach neuen Eindrücken ließ mich aufstehen. Diese Neugier nach Besonderem, die mich in dieses Land reisen ließ, trieb mich aus dem Mondschein, zu den Stämmen, zwischen denen die Grashalme nicht glänzten. In den schönen Nebel, in den beängstigenden Nebel.




Die Herrin der Schlangen durchbohrte mich glatt,
Die steinernen Formen mich ängstigen ließen.
Wie sehr dieses Auge mich angestarrt hat!
Wohl schien es die Angst zu genießen.

Die Herrin der Schlangen belächelte mich,
die Mundwinkel gleichsam gehoben.
„Was seid Ihr denn schon? Die Herrin bin ich!
Wohl besser Ihr kniet auf dem Boden!“





Erste Impressionen des Schlosses


When I looked in the treetops, I noticed it: A giant tower pricked out of the forest. Massive rock defied the leaves. The tower grew up in the sky, where the moon became his partner. The stone shaded me like the moon lighted me.

So I started to approach the tower. But other buildings surrounded the tower: In sad romance they sat at the shore. It was beautiful, but I can’t reach the buildings! The water separated me and the artful scene.
Lamps, swinging wood and arches gave me softness, though the tower gleamed in sharpness. Stonewalls, marble column and gratings, they united with the river – a symphony of contrasts. Forest and rocks were one.




Beim Blick in die Tannenkronen entdeckte ich ihn: Ein riesenhafter Turm bohrte sich durch die Nadeln. Massiver Stein trotzte dem Laub. Er stach in den Himmel, wo zum Freund ihm der Mond wurde. Die mächtige Nadel beschattete mich, wie der majestätische Nachtstern mich erhellte.

Sogleich näherte ich mich dem Turm. Doch es kam, dass sich neben dem Turm noch weitere Bauten drängten: Umspült von trauriger Romantik harrten sie am Flussufer. So schön es war, ich konnte nicht zu ihnen! Das Wasser trennte mich und die Baukunst. Dann musste ich die Gebäude aus der Ferne anschauen.
Laternen, geschwungenes Holz und Bögen, so gaben sie mir Weichheit, obgleich der Turm mit einer Härte strahlte. Steinmauern, Marmorsäulen und Gitter, sie einten sich daraufhin mit dem Flusslauf – eine Symphonie der Gegensätze bot sich mir. Wald und Gestein waren eins.




With every stone I gathered the palace became bigger; with every wall my eyes built it became more frightening; with every window I shaped into the wall it became more mysterious.
Granite and marble flew against me, the mass threw itself in the forest. Inside there was the fire of darkness. Outlines turned up: Robes and masks.



Mit jedem Stein, den ich erfasste, wurde das Schloss mächtiger; mit jeder Mauer, die meine Augen erbauten, wurde es beängstigender; mit jedem Fenster, das ich in den Fels einließ, wurde es mysteriöser.
Granit und Marmor rasselten mir entgegen, das Gewicht schleuderte sich Ziegel für Ziegel in den Wald. Drinnen loderte das Feuer der Dunkelheit, die Dunkelheit strahlte förmlich aus dem Schloss. Konturen von Gegenständen schälten sich heraus: Gewänder und Masken.




Der Weg zur Schlossbrücke


Thereupon the forest surrounded me. I searched for light. I searched the river and the palace. Then I found the river again. It leaded me.
I went with the flow, again and again searching for a bridge. More and more water ran along the palace. And more and more the river promised to reveal a bridge. I went faster.
Now not just the river, but also the walls at the shore wanted to display a bridge. Like I desired the palace, the palace desired me. I began to run.
My dress flew along the shore; the water let me fly to the bridge; the walls sustained me.
And finally I saw it. More flying than running I crossed the corridor. I saw the bridge growing in front of me.
So I stood at the bridge’s feet. I had to climb. It happened quickly.

And when I stood on the bridge the palace’s door provided its glory.




Es umwob mich alsbald wieder der Tannenwald. Ich suchte
Licht. Ich suchte den Fluss und das Schloss. Dann fand ich
das Wasser wieder. Es führte mich.
Mit dem Strom trottete ich, wieder und wieder nach einer
Brücke suchend. Mehr und mehr Wasser floß zu meinen Füßen
an dem Schloss entlang. Und immer mehr versprach der Fluß
mir meine Brücke. Ich ging schneller.
Nun schienen nicht nur nur der Fluß, sondern auch die Mauern
am anderen Ufer, mir eine Brücke offenbaren zu wollen. So
wie ich das Schloss ersehnte, so ersehnte es mich gleicherma-
ßen. Ich fing an zu laufen.
Mein Kleid wehte am Ufer entlang; das Wasser ließ mich in
die Richtung der Brücke schweben; das Mauerwerk trug mich
mit wachsender Inbrunst zu sich heran.
Und endlich sah ich sie. Schon mehr fliegend als rennend durch-
querte ich den Korridor. Ich sah die Brücke vor meinen Augen
wachsen.
So stand ich am Fuß der Brücke, ich musste sie erklimmen. Es
ging schnell.

Und als ich oben stand bot sich mir die Pracht des gigantischen
Schlosstores.